Der Platz - Geschichten um einen ehemaligen Todesstreifen in der Berliner Innenstadt

Publikation, Dokumentar- und Kunstausstellung zum 30. Jahrestag der Grenzöffnung

6.000 Quadratmeter Treptow an der Grenze zu Neukölln – hier wurden Gärten gepflanzt und abgerissen, eine Mauer gebaut und abgebaut, ein Biotop wuchs heran und wurde wieder abgeholzt. Die Kunst zog ein, Kamele kamen, die Hunde, der Müll. Es wurde gestritten, ein Schild aufgestellt und dann ein großes Haus gebaut.

„Der Platz“ – Das sind Geschichten von BewohnerInnen der Bouchéstraße in Neukölln und Treptow, deren Straße plötzlich in zwei Hälften geteilt wurde und die nach der Maueröffnung wieder zusam-menwachsen sollte, von MitarbeiterInnen des VEB Deutsche Schallplatten, die in einer ehemaligen Pianofabrik täglich aus dem Fenster auf den Todesstreifen blickten, einer Ateliergemeinschaft, die sich nach Maueröffnung in der alten Pianofabrik gründete und inmitten des plötzlich attraktiven Ge-ländes um seine Existenz kämpfen musste, eines kleinen Zirkus‘, der jedes Jahr hier residierte, der ADAC-Luftrettungspiloten, die oft hier landeten, eines ehemaligen Grenzsoldaten, der auf dem Gelän-de seinen Wehrdienst geleistet hatte, und vielen anderen …

Zum 30. Jahrestag der Grenzöffnung zwischen Ost- und West-Berlin am 9. November 2019 möchten wir, die KungerKiezInitiative e.V. und KünstlerInnen des Atelierhauses Mengerzeile, mit einer Publikation, einer Dokumentar- und einer Kunstausstellung einen Beitrag zum Nachdenken über die Veränderungen der Hauptstadt durch die Teilung und das erneute Zusammenwachsen leisten.
 
Das Projekt „Der Platz“ beleuchtet die historisch-politischen Ereignisse um Teilung und Wiedervereinigung mit Schwerpunkt auf Berlin und macht anhand von Berichten aus persönlichen Erfahrungswelten die Geschichte hautnah spürbar. Ausgangspunkt ist ein Areal zwischen Bouchéstraße, Harzer Straße und Mengerzeile, das von 1961 bis 1989 zum Sperrgebiet zwischen Ost- und West-Berlin gehörte.
 
Wenn es um die Berliner Mauer geht, wird meist der Fokus auf Berlin-Mitte gesetzt: Die Bernauer Straße, Checkpoint Charlie oder East Side Gallery sind allgemein bekannt. Wir lenken den Blick auf einen weniger prominenten Schauplatz, der einen außergewöhnlichen geschichtlichen und kulturellen Hintergrund bietet. Er liegt im Kungerkiez -  zwischen den Bezirken Treptow und Neukölln, wo weit über ein Drittel der etwa 43 Kilometer langen innerstädtischen Grenzmauer verlief.

Angebot für Kinder/Jugendliche und Lehrkräfte:

Zur Ausstellung gehört ein Rahmenprogramm mit Filmvorführungen. Wir haben einen extra für Oberschulen konzipierten Film über die Organisation und das Tätigkeitsfeld der Staatssicherheit in der ehemaligen DDR, eingeplant.

Der Film „Ein Volk unter Verdacht“ (Länge: 40 Min) wurde vom Historischen Forschungsinstitut Berlin produziert und von der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR herausgegeben.

Ausstellung und Filmprogramm eignen sich hervorragend dazu, das Jubiläum des Mauerfalls im Rahmen des Unterrichtes unter lokalen Aspekten zu behandeln.

 

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