StauPause!
Abfahrt A100 (Elsenstraße / Am Treptower Park)
Wir holen uns ein Stück Straße zurück
Fussgängerdemo an der Autobahnabfahrt am 5.9.2025
Seit Öffnung des 16. Abschnitts der Stadtautobahn A100 versinkt Nord-Treptow im Chaos. Busspuren, Radwege und Fußgänger-Ampelwege sind versperrt und zugestaut – und das, obwohl die Ferienzeit noch gar nicht vorbei ist. Das Überqueren der Fußgänger- und Radübergänge wird während der Grünphase zwischen LKWs und SUVs zum Hindernislauf und ist – vor allem für Kinder – lebensgefährlich.
„Keine gravierenden Störungen“?
Autos weichen illegal und oft mit hoher Geschwindigkeit auf Fahrradwege aus. Die BVG hat kapituliert und zentrale Buslinien über den Abschnitt der Elsenstraße komplett eingestellt. In der Luft hängen stinkende Abgase und ständiges Hupen sowie aggressives Fahrverhalten skalieren das Stresslevel aller Beteiligten weiter. All das ist für die Anwohner:innen, denen Senat und Autobahn GmbH mit der Eröffnung eine Entlastung versprochen hatten, eine Farce.
Menschen fühlen sich bedroht und ungehört
Wie lange möchte der Senat diesen Zustand den Menschen vor Ort noch zumuten? Es gilt, einen funktionierenden Verkehr wiederherzustellen – gerade auch für vulnerable Gruppen wie Kinder, Ältere und Menschen, die auf einen funktionierenden ÖPNV angewiesen sind. Die Autobahn muss so gesteuert werden, dass nur so viele Autos auf die Elsenstraße abfließen, dass der reguläre Verkehr mit ÖPNV und einem sicheren Fuß- und Radverkehr aufrechterhalten werden kann. Zur Not muss dies durch die Schließung der A100 geschehen. Eine moderne Großstadt wie Berlin braucht eine zukunftsgewandte Verkehrspolitik für alle Menschen. Im Kungerkiez gibt es zahlreiche Schulen und Kitas. Da ist die Frage durchaus berechtigt, warum man eine Stadtautobahn dort enden lässt und zeitgleich Zone-30-Bereiche aufhebt.
Quo vadis Berliner Verkehrspolitik?
Angesichts des steigenden Verkehrsaufkommens zum Schulbeginn am kommenden Montag fragen sich die Anwohnenden, wohin das ignorante, autozentrierte Agieren von Senat, Bund und Autobahn GmbH im Treptower Norden noch führen wird. Wenn der Fahrradweg als Überholspur genutzt und der ÖPNV eingestellt werden – wie sollen Kinder sicher zur Schule kommen?
