Vernissage & Ausstellung: Dazwischen
Galerie KungerKiez (Karl-Kunger-Straße 15, 12435 Berlin)
Die Ausstellung „Dazwischen“ ist eine Zusammenarbeit der Künstlerinnen Jasmin Sermez und Melina Amandowitz. Ihre Kunst bewegt sich im Spannungsfeld zwischen äußerem Erscheinungsbild und innerem Erleben. Dabei nähern sich beide Künstlerinnen dem Thema auf unterschiedliche Weise. Während Jasmin Sermez den Fokus auf emotionale Zustände und das Zusammenspiel von Gefühl und Farbe legt, setzt sich Melina Amandowitz über die Betrachtung des Äußeren und die Einnahme verschiedener Perspektiven mit dem eigenen Sein auseinander.
Beide Positionen sind in der abstrakten Malerei verortet, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer formalen Sprache. Trotz der starken Abstraktion bleiben die Gesichter in den Arbeiten von Melina Amandowitz als solche erkennbar und bewegen sich im Grenzbereich zwischen Figuration und Auflösung. Jasmin Sermez hingegen entfernt sich in vielen ihrer Werke vollständig vom Gegenständlichen und setzt auf die unmittelbare Wirkung von Farbe, Struktur und Bewegung als Ausdruck innerer Gefühlszustände
Jasmin Sermez arbeitet vorwiegend mit der Maltechnik des Drip Paintings und löst sich in ihren Werken bewusst vom Gegenständlichen. Statt konkrete Formen oder Figuren abzubilden, nutzt sie die Abstraktion als Mittel, um innere Prozesse, Stimmungen und emotionale Spannungen sichtbar zu machen. Fließende Farbverläufe, Bewegung und Spontanität verleihen ihren Arbeiten starke Ausdruckskraft.
Sie arbeitet bewusste mit klaren und intensiven Farben, wobei die Farbe dabei direkter Ausdruck von Emotionen ist. Assoziationen mit Farben sind sehr individuell und beruhen auf der eigenen Wahrnehmung und persönlichen Erfahrungen. Daher entsteht die Bedeutung ihrer Werke nicht allein im Schaffensprozess, sondern vor allem durch den Betrachtenden selbst. Dadurch wird jede Interpretation zu einer persönlichen Annäherung an das Werk und an die eigenen Emotionen.
Im Zentrum der Arbeiten von Melina Amandowitz steht die Auseinandersetzung mit dem eigenen Sein und den unterschiedlichen Facetten der eigenen Identität. Ihre Werke laden dazu ein, das Selbst nicht als festgelegte Einheit zu begreifen, sondern als vielschichtiges Zusammenspiel verschiedener Erfahrungen, Gedanken, Emotionen und Perspektiven. Die verschiedenen Versionen des Selbst lassen sich dabei nicht in einem einzigen Bild festhalten, sondern entfalten ihre Wirkung erst im Zusammenspiel vieler Fragmente, Eindrücke und Perspektiven.
Visuell konzentrieren sich ihre Arbeiten auf abstrakte Gesichter in unterschiedlichen Formen und Stilrichtungen. Das Gesicht fungiert dabei als Spiegel der eigenen Wahrnehmung und bewegt sich zwischen äußerem Erscheinungsbild und innerem Empfinden. Durch die bewusste Reduktion von Formen und den Einsatz von kräftigen Farben rücken so Emotionen und Stimmungen in den Vordergrund.
