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Ausstellung “Erde”

10.03.2021–25.04.2021

Das Wort Erde bedeutet die Erde zu unseren Füßen und auch unseren ganzen Planeten. Von der bis zum Blick aus dem All - in der Ausstellung “Erde” zeigen und entwickeln sechs Künstler_innen ihre Perspektiven auf das Thema. Die Ausstellung zeigt Planeten, Mineralien, Pilze, Würmer, Pflanzen, geometrische Stücke und andere Lebewesen.

In der Galerie begegnen und inspirieren sich Werke der professionell arbeitenden Künstler_innen Ingrid Bittar, Peggy Sylopp und Tahian Bhering einerseits, und Werke der drei Amateurinnen Claudia Mensing, Katie O’Neill und Monika Wienbeck andererseits. Manche der Exponate entstehen erst in diesem Dialog, im März und April. Änderungen des Aufbaus in beiden Monaten gehören zum Konzept.

Narrativ zur Ausstellung

Das Verständnis von “Erde” ist eine Frage der Perspektive, so wie im Roman “Der kleine Prinz”. Der Autor des Romans, Antoine de Saint-Exupéry, war Pilot. Er gehörte seinerzeit zu den wenigen Menschen, die Länder, Städte und andere Menschen von oben, aus Flughöhe, sehen konnten. Er konnte schnell und einfach zu verschiedenen Orten reisen. Diese Erfahrung prägt den Roman “Der kleine Prinz”, wo Saint-Exupéry verschiedene Aspekte unserer Gesellschaft sogar als einzelne kleine Planeten darstellt.

Das erste Mal, dass die Menschheit vom Weltraum einen Blick auf unseren Planeten warf, war gleichfalls ein bestimmender Moment für unser Sicht auf die Erde. Ein einziger Mensch, ein Astronaut, war in der Lage, die ganze Menschheit und alles andere auf der Erde an einem einzigen Ort, unserem blauen Marmor, zu sehen. Und dieses Mal waren es die visuellen Medien, die diese Sicht Menschen auf der ganzen Welt zur Verfügung stellten. Dieses Ereignis hat unsere Perspektive radikal verändert: Es geht um die Perspektive auf unser Raumschiff, die Erde, den Planeten, Gaia und uns selbst als Spezies.

Vor diesem Hintergrund stellen wir uns die Frage: Wie wir als Künstler_innen mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebenserfahrungen dieses Thema/Thema sehen und interpretieren. Sowohl der mikroskopische Blick auf die Erde unter unseren Füßen als auch die Makroansicht auf die Erde als unser Planet ist möglich.

Noch nie hatte der Mensch so viel Zeit, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Nie zuvor hatten wir so viele geeignete Werkzeuge, um gemeinsam zu denken und zu handeln, und noch nie zuvor war kollektives Handeln so notwendig wie in unserer Zeit. Aus diesem Grund starten wir in der Galerie als Ort, an dem sich Werke und Ideen rund um dieses Thema sukzessive aufbauen, und in dem wir verschiedene Möglichkeiten der Gruppenausstellung “Erde” ausprobieren werden. Geplant ist darüber hinaus eine Installation, die in den nächsten Wochen die Ausstellung in der Galerie mit einem experimentellen Aquaponik-Piloten des Projekts “Transition Kungerkiez” verbindet.

Im April werden zunehmend Ergebnisse dieses Austausches in die Ausstellung integriert. Die Installationen von Peggy Sylopp werden ausschließlich im April zu sehen sein.

Künstler_innen

Ingrid Bittar | Britta, 1989 – Rio de janeiro / Berlin

Eingebettet in das private Universum von Häuslichkeit und Familie begann ich mit Collagen zu arbeiten - einer Technik, an der ich Schlüsselaspekte meiner Arbeit entwickelte und zur Reife brachte, und die später auch Stickereien und Aquarelle hervorbrachte. Während Stickerei und das Aquarellieren rational gewählte Techniken waren, bleibt die Collage ein Kompass, der in in mir emotional verwurzelt ist.

Ich habe 2013 meinen Bachelor in Design von PUC-Rio erhalten. Diese künstlerische Ausbildung habe ich durch Kurse an der School for Visual Arts Parque Lage ergänzt. 2014 wurde ich für das 89plus-Projekt von Hans Ulrich Obrist und Simon Castets ausgewählt. Im selben Jahr wurde meine Arbeit Teil der Gilberto Chateaubriand-Sammlung und der MoMA-Rio-Sammlung. Meine Arbeiten wurden in mehreren Ausstellungen zwischen Rio de Janeiro, São Paulo, Berlin und Arles gezeigt. 2016 wurde ich für den PIPA-Preis nominiert und 2018 wurden meine Arbeiten in den Garden Broadcasts während der Ausstellung Dissident Gardens im Het Nieuwe Instituut in Rotterdam gezeigt.

Website: https://www.ibbritta.com/


Peggy Sylopp

Website: http://www.peggy-sylopp.net/, https://pexlab.space/

Die Künstlerin verbindet das Motto der Ausstellung - Erde - inhaltlich mit dem Thema "Permafrost". Das Auftauen des Permafrosts bedroht Infrastrukturen weltweit. So drängt selbst Vladimir Putin darauf, die globale Erwärmung zu stoppen. Peggy Sylopp zeigt eine Installation, in der sie das Gefrieren und Auftauen von Erde und Wasser als gestaltendes Element einsetzt. Mit dieser Arbeit knüpft sie an einen Vortrag auf dem rc3 am 29. Dezember 2020 an:
https://media.ccc.de/v/rc3-11389-twilight_-_broadcasting_ice_sculpture

Biographie:
Peggy Sylopp, geboren am 22.07.1966 in Aschaffenburg (zwei Töchter *1995 *2005)
Informatikerin, Wissenschaftlerin, Medien- und Licht-Künstlerin, Aktivistin
2015 Kunststipendium Goethe-Institut Porto Allegre, Brasilien
2009 Aufnahme der Sound-Video Installation „SPECTRUM“ in die Sammlung
Skulpturenmuseum Marl
2008 Nominierung Deutscher Klangkunstpreis
In den letzten Jahren setzte Peggy Sylopp vorwiegend mixed Media Arbeiten aus Eis, Licht, Sound und Electronics um. Sie thematisiert den globalen Klimawandel und macht ihn sinnlich erfahrbar.
In ihrer wissenschaftlichen Arbeit widmet sie sich den individuellen und selbstbestimmten Erlebnis der Klangwahrnehmung.
Ihre Art-Vjing-Performances sind vorwiegend an Ausdrucksformen minimalistischer und abstrakter Malerei und Fotografie angelehnt und von dynamischer Aktion geprägt.
Seit den frühen 1990er Jahren arbeitet Peggy Sylopp zwischen Unvorhersehbarkeit und Steuerung von visuellen Elementen, die durch verschiedene analoge und digitale Techniken erzeugt werden (Photographie, Projektion, Echtzeit-Verarbeitung von Live-Video-Aufnahmen, Steuerung durch Sensoren, abstrakte Malerei mit Minimal-Robotern).
Jede Arbeit basiert auf vorher definierten Regeln, der genaue Verlauf ist jedoch bewusst nicht festgelegt und nicht vorhersehbar, die Nicht-Wiederholbarkeit kennzeichnet den Live-Charakter der Performances und die interaktive Dynamik der Installationen.
Ihre Arbeiten werden international gezeigt. Peggy Sylopp engagiert sich für nachhaltige Open Source Technologien und Geschlechtergleichheit in der Informatik und reiste dafür u.a. nach Brasilien und in den kurdischen Irak.
Ausbildung:
2011 Master of Public Policy
2009 Informatik Diplom1987 Fototechnische Assistentin

Tahian Bhering

Website: https://www.tahianbhering.com/

Schon vor der Entwicklung fotografischer Techniken waren es die Künstler_innen, die die Landschaftsbilder erstellten. Das Konzept der Landschaftsbilder ist eng mit der Kunstgeschichte verwoben.
In meinen Arbeiten untersuche ich die Schönheit von gebrochenen Bildern und fragmentierten Zeichen der menschlichen Konstruktionen von Landschaft. Ich re-arrangiere sie zu imaginären Landschaften. Die Kommunikation und die Symbole, die in meiner Arbeit ihre ursprüngliche Funktion verlieren, lenken meinen Blick auf die stillen und manchmal poetischen Zeugnisse menschlicher Aktivitäten, die aus irgendeinem Grund zurückgelassen wurden. Solche Zeugnisse finden sich bei langen Spaziergängen durch Städte und Landschaften. Sie finden sich in kleinen Fragmenten: in alten Büchern, Straßen, Mauern oder in der Manifestation menschlicher Präsenz selbst. Ohne sie gäbe es keine Landschaft.
In meinen Kompositionen verbinde ich die Idee zukünftiger synthetischer Landschaften mit einem abstrakten geometrischen expressionistischen Ansatz. Sie überlassen es dem Betrachter oder der Betrachterin, Räume zu interpretieren und in Räume zu reisen, die vielfältige Möglichkeiten für subjektive Interpretationen bieten.

Biographie:

Tahian Bhering, bildender Künstler, arbeitet mit verschiedenen Medien und mit kultureller Produktion. BA in Bildender Kunst an der Bundesuniversität von Rio de Janeiro (UFRJ), künstlerische Studien an der Visual Arts School des Parque Lage (ebenfalls in Rio). Tahian Bhering gestaltet multikulturelle Veranstaltungen mit, praktiziert urbane Interventionen und liebt es, die städtische Umgebung zu beobachten und erforschen. In seinen Arbeiten mischt er verschiedene Bilder und Codes, die in der urbanisierten Realität vorhanden sind, und mischt sie zu Kompositionen von Fragmenten dieser urbanen Visuals. Tahian hat seine Wurzeln in Rio de Janeiro. Ende 2016 Teilnahme an dem Artist-in-Residence-Programm der CoGalleries. Seither lebt er in Berlin. Er arbeitet kontinuierlich daran, eine kulturelle Brücke zwischen diesen Städten zu schlagen.

Claudia Mensing
Ihr Statement zur Kunst
● ein Muss
● Freiheit,ohne jemanden gefallen zu müssen

Thema‘‘ Erde” ( Mutterboden) bedeutet für sie das allumfassende Leben, Zersetzung, Tod und Wiedergeburt.

Claudia Mensing, geb. 1962 in Hamburg, ist Autodidaktin.
● von Beruf Zahntechnikerin
● 1987: 1Jahr Auslandsaufenthalt in den USA CT.erste Einzelausstellung Coliseum, New Haven, (Tinte und Spray). Reisen entlang der Ostküste, New York, Washington, North Carolina, New Orleans und Mexiko
● 1989,1 Jahr Auslandsaufenthalt in New Orleans.Teilnahme an Kursen in Aquarell Studien und Grafikdesign.Reisen auf die Bahamas, Huston, Austin TX
● 1992 Einzelausstellung in Hamburg,auf der Reeperbahn, Karoviertel. Gruppenausstellung im Art-Store, St.Pauli und Pudelsclub (mit Bildern aus Holz und Gips, sowie auf Tapete)…
● 2012 Umschwung von Aquarell auf großformatige Leinwände mit abstrakter Malerei in Acryl

Kathleen O’Neill

Kathleen O’Neill malt in ihren Acrylbildern Landschaften, Portraits und Symbole.
Sie lernt bei der Berliner Malerin Katja Sittig.

Monika Wienbeck
Monika Wienbeck, 57, malt seit 2014. In ihrem künstlerischen Schaffen richtet sich die Aufmerksamkeit auf Farbe und Struktur, und die Schaffung einer Illusion im Bild. In der Ausstellung Erde zeigt sie zwei Gemälde und eine Vitrine mit einer Arbeit aus Laub und Ölfarbe auf Leinwand. Es geht in den Bilder auf der Ausstellung “Erde” um Tod, Zerfall und Leben.
● 2018 Einzelausstellung “Letzte Nacht in meinem Garten ...” im Regenbogencafé, Berlin-Kreuzberg,
● 2019 Teilnahme an der Gruppenausstellung „In Transition“ mit Asmaa Guedira, Carolin Breitenbach, Ciaran Smith Ruiz, Guilherme Maueler, Johanna Blees, Jorinde Olling, Natalia Zarawska, Martin Rees, Philipp Kraatz und Tahian Bhering, Galerie KungerKiez.
● 2020 Teilnahme an der Gruppenausstellung “Wasser” mit Peggy Sylopp und Tahian Bhering, Galerie KungerKiez

Ort: Galerie Kungerkiez, Karl-Kunger-Str. 15, 12435 Berlin Alt-Treptow

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